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Landeselternschaft der Gymnasien NRW präsentiert Umfrage: 80 Prozent für Rückkehr zu G9

Die Diskussion über das Abitur nach acht oder neun Jahren ist ein Thema, seitdem die Landesregierung 2004 das Turbo-Abi eingeführt hatte. Ein Runder Tisch mit Bildungsministerin Sylvia Löhrmann sollte Klarheit bringen, ob NRW einen falschen Weg eingeschlagen hat. Doch das Ergebnis lautete, die Kinderkrankheiten gelte es auszumerzen und einige Punkte müssten optimiert werden. Jetzt hat die Landeselternschaft der Gymnasien auf ihrer Mitgliederversammlung am Samstag (16.4.) eine Umfrage mit rund 40.000 Beteiligten präsentiert: 80 Prozent aller Befragten sind für G9 und damit dreizehn Schuljahre an den Gymnasien.

Die Elternschaft der nordrhein-westfälischen Gymnasien war schon lange unzufrieden mit der Situation an den Schulen. Ganztag und G8 belasteten die Kinder und für den vermeintlich schnelleren Schulabschluss sei ein hoher Preis zu zahlen. Ein Wechsel im Vorstand der Landeselternschaft ermöglichte nun eine Basisbefragung der Mitglieder. Darüber hinaus wurde eine Online-Befragung angeboten, bei der neben Eltern und Schülern auch Lehrer, Schulleiter und außerschulisches Personal ihre Meinung kundtun konnten.

 Ergebnis der Umfrage eindeutig für G9

Das Ergebnis der Rückläufer war nicht nur für die Landeselternschaft eine Überraschung. Professor Dr. Rainer Dollase von der Universität Bielefeld führte die Befragung zu Akzeptanz und Ausgestaltung von G8 bzw. G9 durch und war sehr erstaunt über die große Resonanz.

Online und per Fragebogen gab es 39.545 Rückläufer. 88 Prozent der Onlineantworten und 79 Prozent der Papierantworten sprachen sich für das neunjährige Gymnasium aus. Das ist auch eine Bestätigung der bisherigen Untersuchungsergebnisse repräsentativer Meinungsumfragen im Jahre 2014, die 76% (Forsa) bzw. 79%(Emnid für JAKO) festgestellt hatten.

Auch Schulleiter und Lehrer wollen zurück zu G9

Hohe Befürwortung von G9 gab es auch bei Schülern, Lehrkräften an Gymnasien und an anderen Schulen, außerschulischen Lehrkräften, Grundschuleltern, ehemaligen Eltern und interessierten Mitbürgern. Mit 70 Prozent sprachen sich die Direktoren von Gymnasien für G9 aus und mit 96,7 Prozent außerschulische Lehrkräfte.

Umdenken im NRW-Bildungsministerium?

Zahlen, die neben Bildungsministerin Löhrmann auch Peter Silbernagel vom Philologen-Verbandes zu Denken geben sollten. Denn die Rückendeckung und Zustimmung zu G8 scheint auf äußerst schwachen Beinen zu stehen. Ralph Fleischauer, Abteilungsleiter im Ministerium für Schule und Weiterbildung war als Referent zum Thema Beschulung von Flüchtlingskindern bei der Mitgliederversammlung der Landeselternschaft in Witten. Sobald Rainer Dollase die Ergebniszahlen der Befragung vorgestellt hatte, sah man ihn nur noch intensiv in sein Handy tippen. Der kurze Draht zur Chefin?

Konsequenzen

Die Wahlen in NRW stehen 2017 an. Es bleibt abzuwarten, welche Reaktionen die Ergebnisse der G8/G9 Befragung im Bildungsministerium hervorrufen werden. Der Vorstand der Landeselternschaft wird auf Änderungen drängen, allerdings nicht ohne klare Konzepte, die alle Schüler und Eltern mitnehmen. Auch denen, die mit G8 zufrieden sind, soll keine radikale Umstellung zugemutet werden. Nach der überstürzten Einführung von G9 sollten alle aus den Fehlern gelernt haben.

Aus Sicht der Befragten ist eine bundeseinheitliche Regelungen zur G8/G9 Problematik wünschenswert. Die Elternschaft der Gymnasien NRW hat die Umfrage nicht nur genutzt, um die Mehrheitsverhältnisse von G8 und G9 Befürwortung zu ermitteln, sondern auch um einige aktuelle Lösungen der zeitlichen Schulorganisation zu klären.

So bevorzugen die meisten Eltern für ihre Kinder freiwillige, offene Ganztagsangebote und wünschen sich ein Schulende gegen 14 Uhr und ein Hausaufgabenende gegen 16 Uhr. Sie wählen und empfehlen das Gymnasium vorrangig aus Qualitätsgründen und könnten sich auch eine längere als die übliche 45 Min-Schulstundentaktung vorstellen. Außerdem wünschen Eltern umfassende Informationen über den Unterrichtsausfall.

 

http://www.le-gymnasien-nrw.de

Quelle: Homepage der Landeselternschaft vom 18.04.2016



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