header
header

Schulische Begegnung mit Frankreich

 

Französisch schlägt Brücken in Europa und in der Welt

 

Seit mehr als 50 Jahren sind die beiden Länder Frankreich und Deutschland im Herzen Europas durch besonders enge und vielfältige Beziehungen miteinander verbunden und bilden seitdem auch in der  Europäischen Union ein Schwergewicht.

Die französische Sprache wird dabei nicht nur in Frankreich, sondern zugleich auch in drei weiteren unserer Nachbarländer, in Belgien, Luxemburg und in der Schweiz gesprochen. Damit bildet das Französische zusammen mit dem Englischen und dem Deutschen die großen Drei der europäischen Sprachen.

In der Welt liegt Französisch sogar an zweiter Stelle der Verkehrssprachen, da es in mehr als dreißig Ländern der Welt Amtssprache ist und von rund 180 Millionen Menschen weltweit gesprochen wird. Aus diesem Grunde ist es neben Englisch auch die offizielle Arbeitssprache internationaler Organisationen, wie z.B. der NATO, der UNESCO und der UNO.

Diese starke Stellung machen die französische Sprache und ihr Mutterland zu starken Partnern. So ist Frankreich Deutschlands wichtigster Handelspartner, mehr als 1600 deutsche Unternehmen, darunter Weltmarken wie Bosch und Siemens und auch in unserer Region verwurzelte Unternehmen wie Schmitz Cargobull sind in Frankreich tätig und etwa genauso viele französische Firmen in unserem Land. Der gemessen an den Auslieferungen zweitgrößte Flugzeughersteller der Welt, Airbus, ist als europäischer Gemeinschaftskonzern sogar ein Kind der besonderen deutsch-französischen Beziehungen.

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist Französisch daher auch nach Englisch die am meisten geforderte Fremdsprache. In einem Umfeld, in dem eine hoch qualifizierte Ausbildung immer bedeutsamer wird, reagieren die deutschen Universitäten hierauf mit rund 135 integrierten Studiengängen aller Fachrichtungen (z.B. Ingenieurwesen, Jura, Politologie, Kunst, Kulturwissenschaften, Betriebswirtschaft, "Euromanagement"), die zu einem international anerkannten deutsch-französischen Abschluss führen.

Brücken schlägt das Französische aber auch für das Lernen anderer gefragter Fremdsprachen. Als eine der romanischen Sprachen, deren Sprecher mehr als 50% der EU-Bürger ausmachen, bietet es ideale Voraussetzungen für das Erlernen der Grammatik und des Wortschatzes der Schwestersprachen Spanisch und Italienisch. Vor allem aber öffnet es auch die Türen zu einem lebendigen und abwechslungsreichen Kulturraum, der neben den vielfältigen französischen Regionen des Mutterlandes, mit ihren jeweils typischen Beiträgen  zur Küche, Musik, Literatur und Lebenskultur auch so exotische Plätze wie die Karibikinseln Guadeloupe oder Martinique umfasst.

 

 

Der Französischunterricht

 

Schülerinnen und Schüler, die Französisch als zweite Fremdsprache ab Klasse 6 wählen, erlernen über vier Jahre hinweg die französische Sprache und machen dabei die Bekanntschaft des französischen Kulturraums. Im Vordergrund stehen dabei zunächst als Kompetenzen das Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben einer modernen Fremdsprache. Beim Spracherwerb zeigt es sich, dass sich einerseits gerade jüngeren Schülern die französische Sprache zunächst auf imitativem Weg und alltagsbezogen eröffnet, andererseits aber die Systematik des Französischen die Vorteile einer strukturierten Grammatikerarbeitung mit sich bringt.

Inhaltlich lernen die Schülerinnen und Schüler anhand des Lehrbuchs Découvertes zunächst Paris und das Leben französischer Kinder und Jugendlicher in der französischen Hauptstadt kennen. Themen sind dabei u.a. das Leben in der Familie, in der Schule und mit Freunden. Danach erweitert sich der Blick der Schüler in Richtung auf andere französische Städte und Landschaften, um zum Ende der Spracherwerbsphase Themen wie Europa und französischsprachige Länder zu behandeln. Mit der inhaltlichen Progression verbunden ist dabei eine ständige Erweiterung der sprachlichen Kompetenzen, so dass am Ende der Sekundarstufe I bei den Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit zur Kommunikation in der Fremdsprache Französisch ausgebildet ist.

In der Sekundarstufe II kann das Fach im Rahmen der differenzierten Oberstufe bis zum Abitur fortgeführt werden und widmet sich dort weiteren Themen, die für Frankreich relevant sind, wie z.B. den Fragen von Immigration und Integration sowie den deutsch-französischen Beziehungen.

Selbstverständliches Ziel des Faches Französisch  an der Canisiusschule ist es, den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, ihre im Unterricht erworbenen Kompetenzen und Fähigkeiten auch über den eigentlichen Unterricht hinaus erfolgreich anzuwenden. Dies geschieht im Rahmen verschiedener Angebote.

 

 

Schüleraustausch

 

In Klasse 9 nehmen jährlich ca. 30 Schülerinnen und Schüler an unserem seit 1979 bestehendem Schüleraustausch mit dem Collège La Salle St.Joseph in Argentré du Plessis in der Bretagne teil. Wichtigste Ziele dieses vom deutsch-französischen Jugendwerk geförderten Austauschs sind es, das Leben in einer französischen Gastfamilie kennenzulernen, Einblicke in das französische Schulsystem zu erhalten, wichtige Städte und Sehenswürdigkeiten in der Bretagne zu besichtigen und zum Abschluss dieser deutsch-französischen Schülerbegegnung die französische Hauptstadt Paris zu erkunden. Nähere Informationen zu diesem Schüleraustausch befinden sich hier (http://canisiusschule-ahaus.de/argentr-frankreich/).

 

 

Zertifikate DELF

 

Ebenfalls in Klasse 9 haben die Französischschülerinnen und -schüler die Möglichkeit, erstmalig ein DELF-Zertifikat zu erwerben. Dieses Diplôme d’Etudes en langue française ist ein vom französischen Staat verliehenes Sprachdiplom, das nach einer Prüfung erworben werden kann, die in ganz Europa dieselben Aufgaben (Hörverstehen, Leseverstehen, Schreiben, Sprechen) beinhaltet und den Lernenden so die Möglichkeit gibt, am Ende der Sekundarstufe I einen international anerkannten Abschluss zu erlangen. Die Schülerinnen und Schüler werden im Rahmen einer AG auf diese Prüfung vorbereitet. Im Verlauf der Oberstufe können weitere Stufen dieses Sprachdiploms erworben werden.

 

 

Brigitte-Sauzay-Programm

 

Wie der Frankreichaustausch wird auch dieses Programm vom Deutsch-Französischen Jugendwerk gefördert. Drei aufeinanderfolgende Monate verbringen Französischschülerinnen und –schüler der Klassen 8 – EF dabei in Frankreich. Sie sind in Familien untergebracht und nehmen sechs Wochen oder mehr  am Unterricht teil. Im Gegenzug nehmen unsere Schülerinnen und Schüler ihren französischen Partner auf und besuchen mit ihm zusammen die Canisiusschule.

 

 

Sozialpraktikum

 

Die Bischöfliche Canisiusschule hat seit vielen Jahren für die Schülerinnen und Schüler der EF ein verpflichtendes dreiwöchiges Sozialpraktikum eingeführt. Schülerinnen und Schülern, die das Fach Französisch in dieser Jahrgangsstufe belegen, bieten wir die Möglichkeit, dieses Praktikum in Frankreich zu absolvieren. Unsere Austauschschule in der Bretagne gehört zu einem Schulverbund, der neben dem collège und einer école élémentaire (Grundschule) auch eine école maternelle umfasst. Diese Schulform ist, wenn auch inhaltlich anders ausgerichtet, einem deutschen Kindergarten vergleichbar. In der Ecole maternelle Sainte-Anne können jährlich bis zu vier Französischschülerinnen und –schüler ihr Sozialpraktikum absolvieren.

 

 

Betriebspraktikum                               

 

Interessierten Schülerinnen und Schülern der Q2 bieten wir die Möglichkeit, ein zweiwöchiges Betriebspraktikum in einem Partnerunternehmen, ebenfalls in Argentré du Plessis, zu durchlaufen. Während dieses Praktikums erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in Produktion und Verwaltung eines mittelständischen französischen Industrieunternehmens.

 

Erfahrungsgemäß sind Schüler, die in der sechsten Klasse Französisch als zweite Fremdsprache wählen, häufig an den Comeniusprojekten unserer Schule beteiligt und erweisen sich somit als offen für Europa und für multikulturelle Kommunikationssituationen. Frankreich und Deutschland kommt in Bezug auf die Vergangenheit und Zukunft Europas eine besondere Rolle zu; Französisch ist, neben Deutsch und Englisch, eine der drei Arbeitssprachen des europäischen Parlamentes – als Europaschule fühlen wir uns in besonderem Maße dem europäischen Gedanken verpflichtet, in der Sprach- und Kulturvermittlung, im Fremdsprachenunterricht wie auch in anderen Fächern.

 

 

Helmut Schmidt, Bundeskanzler a.D. und Mitherausgeber der Wochenzeitung Die Zeit, rät jungen Menschen eindringlich zum Erlernen der französischen Sprache:

“Ich will in diesem Zusammenhang noch eine weitere Empfehlung für junge Politiker der nachfolgenden Generation aussprechen, muss dabei aber zugleich ein eigenes Versäumnis einräumen. Als ich es in den siebziger Jahren begriff, war es zum Nachholen des Versäumten längst zu spät. Ich spreche von dem schwerwiegenden Mangel, der französischen Sprache nicht mächtig zu sein. [...]

Jungen Deutschen, die begabt genug sind und den Willen zum Lernen haben, stehen – fast ohne Ausnahme – alle Schulen und Hochschulen offen. Wer die Angebote nicht nutzt, parallel zu seiner speziellen Berufsvorbereitung mindestens zwei lebende Fremdsprachen zu erlernen, läuft Gefahr, für immer zweitrangig zu bleiben.”
Helmut Schmidt, Außer Dienst, (c) Siedler, München 2008 (S. 25-26)

 

 



Europaschule

Kurz notiert

Die Klausurenpläne für die 4. Klausurenphase in der EF und Q1 sind online.

Nächster Termin

Europatag
24.05.2017

Abiturprüfungen
31.05.2017