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Europa in der Schule

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu Gast

Der Bundesgesundheitsminister und MdB für unseren Wahlkreis  Jens Spahn besuchte im Rahmen des EU-Projekttages „Europa in der Schule“ die Bischöfliche Canisiusschule Ahaus. An diesem Tag gehen bundesweit Politiker in Bildungseinrichtungen und diskutieren mit Schülerinnen und Schülern europäische Themen. In ihrer Einführung freute sich die Moderatorin Dr. Andrea Wolf besonders über den Gast, der 1999 dort sein Abitur abgelegt hatte und der Schule seitdem treu verbunden sei. Anstatt mit einem Chauffeur und großem Dienstwagen erschien der Bundesgesundheitsminister überraschenderweise zuerst alleine und zu Fuß, da „ich ja hier um die Ecke wohne“.

Ca.  350 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis Q1 hatten sich auf den Besuch vorbereitet und stellten gut fundierte und kritische Fragen zur Gesundheits- und Finanzpolitik, forderten aber auch Stellungnahmen zu europäischen Herausforderungen wie den wachsenden Rechtspopulismus oder der Flüchtlingsthematik.

Spahn bezog konkret Stellung u.a. zu der Frage einer europäischen Armee. Er lenkte den Blick der Schüler weg von Binnengrenzen hin auf die deutsche Außengrenze, die aufgrund der staatlichen Einbindung in Europa heutzutage nicht mehr wie zu Spahns Jugend hinter Alstätte läge. Die Außengrenzen der EU  - z.B. Finnland mit Russland, müssten auch als deutsche Außengrenzen wahrgenommen werden. Diese zu schützen liege auch in deutscher Verantwortung und sollte durch eine europäische Armee gesichert werden. Er plädierte ebenfalls für ein gemeinsames außenpolitisches Auftreten der EU-Länder in Bereichen der Entwicklungs- und Wirtschaftspolitik: „Zusammen sind wir stärker“.

Auf die Veränderungen in der Lebensarbeitszeit angesprochen erläuterte er, dass jedes zweite Mädchen, welches heute geboren wird, statistisch älter als 100 Jahre werden würde. Aufgrund der demografischen Verteilung wäre somit eine Rente mit 63 für gesunde Arbeitnehmer nicht mehr finanzierbar: „Das System funktioniert nur, wenn die Verhältnisse in etwa stabil bleiben.“

Auf die Frage, wie man mit den rechtspopulistischen Tendenzen in manchen EU-Ländern umgehen müßte, äußerte er die These, daß Rechtspopulismus vor allem durch schlechte Integration entstünde. Er vertrete nicht die Forderung nach einer „Festung Europa“, sehe aber die Notwendigkeit die Einwanderung zu kontrollieren und die Außengrenzen Europas zu schützen, um Migration zu einem Erfolg werden zu lassen und in einer der Konsequenzen auch dem Rechtspopulismus Einhalt zu gebieten.

Seit dem 14.3.2018 ist Jens Spahn (links im Bild mit Fr. Dr. Wolf und Schulleiter Niels Hakenes) Bundesgesundheitsminister und die Schüler und Schülerinnen interessierten sich für seine Pläne einer Zwei-Klassen-Medizin vorzubeugen bzw. den Landärztemangel zu beheben. Spahn betonte, daß sein Ministerium noch stärker die Termin-Service-Stelle unterstützen würde. Eine Abschaffung der Privaten Krankenversicherungen würde die Probleme in der Terminvergabe nicht lösen. Er betonte ebenfalls, daß sein Ministerium die Herausforderungen für Ärzte auf dem Land im Blick habe: „Es gibt mancherorts viel zu wenige Ärzte und da klingelt ein Patient auch schon mal am späten Abend privat“.

Eine abschließende Frage richtete sich auf Spahns Einschätzung zur künstlichen Intelligenz. Auf abstrakter Ebene fände er die Frage nach der Entwicklung künstlicher Intelligenz und der Bedeutung derselben für die menschliche Zukunft spannend. Auf den Einsatz von Pflegerobotern angesprochen betonte er, daß man sich diese durchaus zur Unterstützung vorstellen könne, wenn Notstand bestünde, allerdings würden diese in keiner Weise den positiven emotionalen Direktkontakt zwischen den Menschen ersetzen können.

Aufgrund eines Termines im Stadtlohner Krankenhaus musst die Fragestunde pünktlich beendet werden. Die Schulgemeinde bedankte sich mit langanhaltendem Applaus bei dem versierten Redner und Kenner der Finanz-, Europa- und Gesundheitspolitik, der es geschafft hatte, in nur 75 Minuten viele Komponenten dieser komplexen Themen anschaulich und schülerorientiert zu erläutern.

 

(Dr. Andrea Wolf)



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